In der Wissenschaft hat die Region Berlin-Brandenburg eine stolze Tradition: Hier wurde der Herzkatheter erfunden, hier entstand der erste funktionstüchtige Computer, viele berühmte Persönlichkeiten wie Leibniz, Humboldt, Koch, Virchow, Helmholtz, Siemens, Planck und Einstein wirkten hier. Die Charité ist weltweit ein Begriff. In Brandenburg gibt es an 2 Universitäten und 3 Hochschulen Studiengänge und Forschungen zur Medizintechnik und 4 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sind in das Forschungsnetzwerk zur Medizin/Medizintechnik einbezogen. In den Lebenswissenschaften sind die Kooperationsbezüge intensiv ausgebaut.
Berlin ist vor München der forschungsstärkste Ort in Deutschland. Nirgendwo werben Wissenschaftler mehr der prestigeträchtigen Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ein als in Berlin. Die Höhe der Einwerbung von Drittmitteln über die DFG gilt in der Forschung als eines der härtesten Qualitätskriterien. Ganz nebenbei führen die Berliner Unis noch den Beweis, dass die „Besten“ keineswegs immer Männer sind: sie haben seit Jahren viele Frauen auf Professuren berufen - die an den Erfolgen maßgeblich beteiligt sind. Bei der Einwerbung von Fördermitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Berlin im Fachgebiet Medizin Platz 1 inne. Mit 94,5 Millionen EURO liegt Berlin (HU, FU) vor der zweitplazierten Region München (LMU, TU), die 87,6 Millionen EURO erhielt.
Die Charité warb 2011 insgesamt 158 Millionen Euro Drittmittel ein. Deutschlandweit liegt die Charité damit weit an der Spitze. In der Forschung hat sich das Klinikum in Europa unter den ersten 5 etabliert.
Bei den Erfindungen belegt die Charité lt. Ranking 2009 des Centrums für Hochschulentwicklung CHE mit 61,7 Erfindungen pro Jahr bundesweit den ersten Platz. Etwa 2/3 der Erlöse aus Lizenzgebühren werden wieder in Forschung und Technologietransfer investiert.
Über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte Forschungseinrichtungen, die mit Medizintechnik befasst sind:
- an erster Stelle ist die Universitätsmedizin zu nennen. Die Charité - Universitätsmedizin Berlin ist mit 13 000 Mitarbeitern, 3200 Betten und 7000 Medizinstudenten eine der größten Universitätskliniken Europas. Die Charité wurde 1710 gegründet und ist seit 2003 als "Charité - Universitätsmedizin Berlin" gemeinsame Einrichtung von Freier Universität Berlin und Humboldt-Universität zu Berlin. Der Campus verteilt sich auf die 4 Standorte: Benjamin Franklin (CBF), Buch (CBB), Mitte (CCM) und Virchow-Klinikum (CVK). In 17 CharitéCentren arbeiten 103 Kliniken und Institute zusammen. Daneben gibt es fachbezogene klinische Kompetenzzentren. Jährlich werden 136.490 stationäre und 563.433 ambulante Fälle behandelt. Die Charité hat 1,2 Milliarden Euro Jahresumsatz (2010).
- das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin,
- die Technische Universität Berlin mit dem Innovationszentrum Technologien für Gesundheit und Ernährung IGE und 22 medizintechnikrelevanten Fachbereichen,
- die Laser- und Medizin-Technologie GmbH Berlin,
- das Deutsche Rheuma-Forschungszentrum,
- die Physikalisch-Technische-Bundesanstalt (PTB) und
- die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM).
Aufbauend auf eine langjährige medizinische und wissenschaftliche Tradition verfügt Berlin mit seiner Konzentration an Krankenhäusern und angewandter klinischer Forschung über ein leistungsstarkes Netz der Gesundheitsversorgung. Berliner Krankenhäuser erbringen qualitative Spitzenleistungen, die national und international herausragend sind:
- Das 1986 gegründete Deutsche Herzzentrum Berlin gehört zu den renommiertesten und leistungsstärksten Transplantationszentren der Welt.
- Das 1997 eröffnete Unfallkrankenhaus Berlin (ukb) ist das erste voll digitalisierte Krankenhaus in Deutschland.
- Eine der weltweit ersten Laserkliniken arbeitet an der Elisabeth Klinik. Sie hat nach Angaben der Fachgesellschaft Lasermedizin das deutschlandweit breiteste Behandlungsspektrum.
- Die erste auf minimal invasive Chirurgie spezialisierte Klinik Deutschlands hat 1997 am Evangelischen Krankenhaus Hubertus ihren Betrieb aufgenommen.
- Das erste Zentrum für Geschlechterforschung in der Medizin in Deutschland wurde Ende 2004 an der Charité eröffnet.
- Das Fachgebiet Management im Gesundheitswesen der TU Berlin ist seit 2005 "Collaborating Centre for Health Systems Research and Management" der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eines von 32 weltweit, darunter acht in Europa.
- eines der fünf in Deutschland anerkannten flugmedizinischen Zentren (Aeromedical Center) besteht am Vivantes Klinikum im Friedrichshain.





